Y7 SUMMIT 2017

Die Stimme von Deutschlands Jugend beim Y7 2017

Vom 26.- 27. Mai trafen sich die Regierungen der G7 Nationen in Taormina, Italien. Es war das erste Zusammentreffen dieser Gruppe für vier der sieben Staatschefs. Im Vorfeld präsentierten die zivilgesellschaftlichen Engagement-Gruppen (Business7, Civil7, ThinkTank7, Labour7, Science7, Women7 und Youth7) ihre Forderungen bezüglich der Themen auf der G7 Agenda. Der Stimme der Jugend kam dabei besondere Bedeutung zu – nicht zuletzt da hohe Jugendarbeitslosigkeit in Italien, 40.3% in 2017 verglichen mit dem OECD Durchschnitt von 14%, ein großes Problem darstellt.

Was ist der G7 Jugendgipfel?

Delegierte unter 30 Jahren der G7 Nationen, sowie der EU, wurden dazu aufgerufen als StellvertreterInnen der Jugend ein Communiqué zu verhandeln,  welches den G7 Staatschef vor dem eigentlichen Treffen in Taormina übergeben wurde. Die Mission des Jugendgipfels ist es umsetzbare und spezifische Handlungsempfehlungen, welche die Perspektive und Prioritäten der nächsten Generation widerspiegeln, zu liefern. Es geht also nicht darum bekannte Positionen zu simulieren.

 

Der G7 Gipfel in Italien hatte drei Themen im Fokus: Sicherheit; Nachhaltigkeit und die Reduzierung von Ungleichheiten; Innovationen und die Zukunft von Arbeit und Bildung angesichts der nächsten industriellen Revolution. Der Jugendgipfel fand vom 9.-11. Mai in Rom statt und befasste sich ausschließlich mit dem letzten Themenblock, der in drei Arbeitsgruppen bearbeitet wurde. Neben der Möglichkeit innovative Lösungsansätze für globale Herausforderungen zu entwickeln, vermittelt der Jugendgipfel Teilnehmern auch einen Einblick in reale, internationale Verhandlungsprozesse. In diesem Jahr hat jede Delegation zunächst ein Positionspapier zu den Arbeitsgruppen „Production“, „Skills“ und „Labour“ verfasst. Im nächsten Schritt wurde für ca. 2 Wochen online auf der Kollaborationsplattform Slack vorverhandelt. Nach einem abschließenden Voting stand fest welche Ideen und Maßnahmenvorschläge in Rom diskutiert werden. In Rom angekommen wurde zunächst innerhalb der Arbeitsgruppen mit Vertretern aller Delegationen verhandelt bevor über  die Annahme des Communiques am letzten Tag des Jugendgipfels per Konsens entschieden wurde.

Welche Kernbotschaften vermittelt das Y7 Communiqué? Welche Rolle hat die deutsche Jugenddelegation in der Entstehung gespielt?

Alle Jugenddelegationen waren sich schnell einig, dass ergänzende und zukunftsorientierte Strategien und Maßnahmen notwendig sind, um ein innovationsfreundliches Klima zu schaffen und gleichzeitig die negativen Auswirkungen von neuen Technologien und zunehmender Automatisierung auf die Arbeiterschaft und Bevölkerung zu minimieren. Die verschiedenen Ansätze der G7 Nationen diesbezüglich lieferten Material für intensive und offene Diskussionen.

In einigen Bereichen, wie zum Beispiel der Förderung von dualen Studiengängen und Ausbildungen, kann Deutschland als internationales Vorbild dienen. In anderen, wie zum Beispiel dem Netzausbau und hoher Netzgeschwindigkeit für alle, ist noch viel zu tun. Dazu besteht die Möglichkeit, im Übergang zu erneuerbaren Energie und der Kreislaufwirtschaft oder zu digitalen Gesundheitsleistungen, eine internationale Führungsrolle zu übernehmen, wenn entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden. In Bezug auf soziale Ungleichheit, welche durch Automatisierung noch gesteigert werden könnte, ist eine Reform der Steuermodelle nötig, um Sozialleistungen sichern zu können. Vorschläge wie zum Beispiel eine moderate, temporäre Robotersteuer oder eine Finanzsteuer auf finanzielle Transaktionen und Handel mit Derivaten stellen realistische Alternativen zum status quo dar.

Das gesamte Y7 Communiqué ist hier verfügbar.

Wie beeinflusst das Y7 Communiqué international und nationale Politikgestaltung?

Das Y7 Communqiué wurde am 11. Mai in Rom verabschiedet und an den italienischen Sherpa Ambassador Raffaele Trombetta übergeben. Über das Netzwerk der Sherpa-Stäbe erreichten die Forderungen der Jugend die G7 Staatschefs, darunter auch Merkel und Trump. Zudem wurde das Y7 Communiqué auch auf der italienischen G7 Webseite veröffentlicht.

Zurück in Deutschland erschienen mehrere Artikel und Interviews mit den Mitgliedern der deutschen Delegationen in Lokalzeitungen. Darüber hinaus hatte die deutsche Delegation die Möglichkeit, die Forderungen der Jugend Vertretern des BMVI, BMWi, BMUB, BMAS und BMJV zu präsentieren, sowie Umsetzungsmöglichkeiten zu diskutieren. Da die Ministertreffen in diesem Jahr im Anschluss an das G7 Treffen stattfinden, haben wir zum Beispiel Vertretern des Arbeitsministeriums die Forderung nach einem digitalen Prozess zur einfachen An- und Abmeldung eines Unternehmens sowie nach Second Chance Allowances für gescheiterte Entrepreneure zum Treffen der Arbeitsminister im September mitgegeben. Dies hat in Deutschland besondere Relevanz, da Fehlschläge wenig akzeptiert werden obwohl Fehlschläge, gerade für junge GründerInnen, zum Alltag gehören. Dass die Jugenddelegierten ein nachhaltiges Netzwerk bilden hat sich schon jetzt gezeigt. Nach dem Scheitern der G7 Staatschefs eine gemeinsame Klimapolitik zu beschließen, kamen die Jugenddelegierten innerhalb von Tagen erneut zusammen um ein gemeinsames Statement zur Unterstützung des Pariser Klimaabkommens zu verfassen und zu veröffentlichen.

Nach dem Jugendgipfel ist vor dem Jugendgipfel

Die Jugenddelegierten aus Deutschland wurden ausgewählt und unterstützt durch den Verein Policy Innovation. Policy Innovation ist eine der weltweit 20 NGOs und Think Tanks, die gemeinsam die International Diplomatic Engagement Association (IDEA) bilden. Die IDEAS ist ein einzigartiges Netzwerk, das sich dafür einsetzt, dass junge Menschen im Zentrum der globalen Agenda stehen. In 2018 liegt die Präsidentschaft für die G7 und G20 Treffen, und damit für Y7 und Y20, jeweils bei Kanada und Argentinien. Informationen zur Ausschreibung werden auf der Policy Innovation Webseite und Social Media Kanälen veröffentlicht. Darüber hinaus findet am 18. Oktober ein Treffen in Berlin statt, dass sich an diejenigen richtet die Policy Innovation (z.B. in den Bereichen Webseite, Social Media, Pressearbeit, interne Vereinskommunikation) unterstützen möchten.

 


Der Auswahlprozess in Deutschland

Vom 01. bis 22. März 2017 konnten junge Menschen in Deutschland sich für Jugenddelegation Deutschlands für den Y7 in Italien bewerben. Der Y7 Summit wird als eine von sechs Engagement Gruppen vom 07.-09. Mai in Rom stattfinden. Neben den vier Delegierten aus Deutschland werden dementsprechend auch Jugenddelegierte aus Kanada, Frankreich, den USA, Großbritannien, Japan und Italien selbst Anfang Mai nach Rom reisen. Thema des diesjährigen Jugendgipfels wird nachhaltiges und innovatives Wirtschaftswachstum sein. Die Jugenddelegierten werden ein mehrseitiges Communique erarbeiten und den Staats- und Regierungschefs der G7 Länder übergeben.

Die vier deutschen Jugenddelegierten sind:

  • Anneke Maxi Pethö-Schramm
  • Rona van der Zander
  • Armand Zorn
  • Anna Raiß

Einen Monat vor dem Gipfel haben sich die Delegierten erstmals kennengelernt und sich intensiv mit dem Thema und den allgemeinem Gipfelvorbereitungen auseinander gesetzt. Der Gipfel selbst verlief sehr erfolgreich. Die vier Delegierten waren gut vorbereitet und konnten die anderen Delegierten von vielen Forderungen überzeugen. Nach dem Gipfel haben die Jugenddelegierten sich mit ReferentInnen verschiedener Ministerien getroffen um für ihre Stimme Ergebnisse zu werben.

Verschiedene Medien haben über die deutschen Delegierten berichtet:

Das Finale Kommuniqué könnt ihr euch jetzt hier runterladen: Download